Führungen durch den Campus der Universität Wien

Der Werdegang des Campus der Universität Wien ist sehr vielseitig. Es ist ein Ort, der Geschichte schrieb und ein Ort, an dem Geschichte geschrieben worden ist. Die einzigartige Geschichte der Höfe und Gebäude wird auch heuer wieder in Form von geführten Spaziergängen durch das Areal vermittelt.

 


Der Campus der Universität Wien – “grünes Herz” mitten im Stadtzentrum – wurde 1988 von der Gemeinde Wien in einer Schenkung an die Universität Wien übertragen. Das Areal des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses beherbergt heute vor allem die Historisch- und Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät.


 

Der Campus der Universität Wien ist wegen seiner Geschichte als ehemaliges Allgemeines Krankenhaus, seiner Architektur und seiner Gesamtkonzeption ein ganz besonderer Ort – er verkörpert Universitätsgeschichte. Auf der Tour – die erste findet am Samstag, 18. März, 13 Uhr, statt – erfährt man von den Anfängen als Seidenraupen-Plantage, Armenhaus, Militärkrankenhaus und Gebäranstalt bis hin zur Errichtung der Universitätskliniken und der zunehmenden internationalen Bedeutung der Wiener Medizin im 19. Jahrhundert und schließlich von der Nutzung als modernes Wissenschaftszentrum für Forschung und Lehre. Heute ist der Campus der Universität Wien mit dem 2003 eröffneten Hörsaalzentrum Arbeitsstätte und Begegnungsort für zahlreiche Studierende und WissenschafterInnen.

 

Ein Blick zurück

Im Rahmen der unter Maria Theresia eingeleiteten Bildungsreformen wurde die Universität Wien in eine staatliche Lehranstalt umgewandelt, in der die Ausbildung von Beamten und Ärzten im Vordergrund stand. Ihr mit der Umorganisation betrauter Leibarzt Gerard van Swieten legte vor allem auf die naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen großen Wert. Er gründete zwei neue Lehrstühle, Chemie und Botanik, und ließ 1754 den Botanischen Garten der Universität Wien am Rennweg einrichten. Joseph II. setzte die Reformen seiner Mutter fort: 1778 erlaubte er erstmals Protestanten, sich an der Universität einzuschreiben, 1782 wurden Juden zum Medizin- und Jus-Studium zugelassen. Joseph II. war es auch, der den Umbau des heutigen Campus der Universität Wien vom “Großarmen- und Invalidenhauses” in das damals modernste “Allgemeine Krankenspital” seiner Zeit veranlasste, 1784 eröffnet wurde. Erstmals waren alle Universitätskliniken vereint.

Mit der Errichtung des Allgemeinen Krankenhauses schuf Joseph II. ideale Bedingungen für die sogenannte “Wiener Medizinische Schule” (Rokitansky, Semmelweis, Billroth, Landsteiner). 1994 wurde das neue AKH – der Zentralbau mit den Bettentürmen – offiziell eröffnet. 1998 gingen die Gebäude- und Hofanlagen des alten AKH an die Universität Wien über. Schnell entwickelte sich der Campus der Universität Wien zum Mittelpunkt studentischen Lebens in der Stadt. 2004 wurden die Universitäten neu organisiert und im Zuge dessen die Medizinische Fakultät in eine eigene Universität umgewandelt.

Der Spaziergang führt durch das Areal des Campus der Universität Wien, wo die Spuren vergangener medizinischer Nutzung ebenso zu finden sind wie die der aktuellen Nutzung, bis zum Narrenturm und dem ehemaligen jüdischen Bethaus, das heute ein Gedenkort ist.

 

Termine der Spaziergänge:
(jeweils samstags um 13 Uhr)

>   18. März 2017
>   29. April 2017
>   13. Mai 2017
>   10. Juni 2017
>   08. Juli 2017
>   12. August 2017
>   30. September 2017
>   14. Oktober 2017

Anmeldung ist nicht erforderlich.

Details unter univie.ac.at

 

Treffpunkt: Karlik-Tor (Ecke Alserstraße/Otto-Wagner-Platz/Ostarrichi-Park)

Kosten:
€ 6,- für Erwachsene
€ 4,- für Studierende, SeniorInnen, Zivildiener, Grundwehrdiener und MitarbeiterInnen der Universität Wien