Vivien Kabar, Künstlerin mit sozialem Engagement

 

 

„Lebt ihr die Kunst an sich, und alles, was ihr braucht, wird euch gewährt“. (Oscar Wilde)

 

Am 25. Jänner 2018 öffnete die Einzelausstellung KonfrontZone von Vivien Kabar in der Galerie POOL7, in der Wiener Innenstadt.

 

Faek Rasul (Leiter, Kleine Galerie), Vivien Kabar, Dr. Eva Maltrovsky (Kuratorin) Foto: Reka Frim

 

 

Die Künstlerin kommt ursprünglich aus Ungarn, mit teilweise orientalischen Wurzeln, sie bezeichnet sich aber als Kosmopolit, und lebt seit fünf Jahren in Wien.

Bei ihr ist nichts wie gewöhnlich gelaufen: Statt einer akademischen Ausbildung, lernte sie an der Seite eines besonderen Künstlers, durch ihre Beobachtungen ihren eigenen künstlerischen Weg kennen. 
Diese besondere Freundschaft zu dem Bühnen und Kostümbildner, Maler und Zeichner, Ilia De Riska, prägt ihre Kunst heute noch, Jahre nach seinem viel zu frühen Tod.
 Sie erwähnt immer wieder, durch welche schicksalhaften Umstände sie damals als junges Mädchen mit ihm in Kontakt trat.

 

 


„Ich habe ein Foto von ihm in einer Zeitung gesehen und ich dachte, dass ich es wäre, weil ich so ähnlich wie er ausschaute. Als ich herausfand, wo er wohnte, war ich mehr als erstaunt, weil ich vor meinem eigenen Geburtshaus gestanden bin. Ich wusste sofort, dass dies eine ganz spezielle schicksalhafte Bindung ist.“

 

 


„Er war mehr als ein Meister für mich, seine Art zu denken, zu spüren, seine empfindlichen und aufmerksamen Künstleraugen und seine Künstlerseele haben mich gelehrt, wo ich nach meinem wahren Ich suchen muss, und wie ich meine wahre Aufgabe im Leben entdecken, verstehen, und vor Allem, akzeptieren kann.“


 

 

Als Jugendliche hat sie Klavier gespielt, komponiert, geschrieben und gezeichnet, und mit nur 24 Jahren wurden schon vier Bücher von ihr in Ungarn veröffentlicht.
 Erst ab 2006 hat sie begonnen mit Öl zu malen. Kurz danach im Jahr 2008 erhielt sie den ersten Preis für ihre Bilder bei einer Ausstellung für ausgewählte ungarische Künstschaffende in der Budapester Opera Galerie.
 Ab diesem Zeitpunkt gab es für sie kein Zurück mehr, Vivien Kabar stellte schon kurz danach unter anderem in Japan, in den USA, in Italien, und sogar im Vatikan aus. 
Im Jahr 2013 wählte sie sich Wien als Wahlheimat, begann als Assistentin bei der Restauratorin Mag. Isabella Kaml zu arbeiten, und wandte sich mit der Zeit immer mehr und mehr ihrer eigenen künstlerischen Arbeit zu, so dass sie im Jahr 2015 schon den Preis des Bundesministerium für Inneres im Projekt „Kunst gegen Gewalt an Frauen“ gewonnen hat.
 Seit 2016 ist sie Art-Consultant beim UNESCO-Club Vienna.

Ihre Bilder sind unter anderem auch Teil der Kunstsammlung in „The House of Europe“ in Wien, in der Santa Maria Maggiore, Päpstliche Basilika in Rom, oder dem zeitgenössischen Kunstmuseum in Las Vegas. Seit 2015 ist sie Künstlerin bei der Wiener Stadtgalerie, die Kleine Galerie, und dank der hat sie, sagt sie, ihre wahre künstlerische Richtung gefunden.

 

 

„Seitdem ich im Programm der Kleine Galerie bin, lernte ich unglaublich viel über die Österreichische Kunstgeschichte und die ganzen Strömungen, die die bedeutendsten Künstler hier einst bewegten. Dies hat meine eigene Kunst verfeinert und endgültig für eine Richtung ausgereift, wo ich mit meiner ganzen Überzeugung dahinter stehen kann”

 

Vivien Kabar, Zsofia Major (Model), Faek Rasul (Leiter, Kleine Galerie) Foto: Reka Frim

 

Das Model „Zsofia“ Foto: Reka Frim

 

 

Wenn man die Bilder von Vivien Kabar betrachtet, sind es vor allem, außer der Größe und der feinen Technik ihrer Bilder, die Gesichtsausdrücke und Blicke, die einem sofort ins Auge springen.

Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein Thema, das immer wieder in ihren Bildern auftaucht, und es einzudämmen ist ein Anliegen der Künstlerin, die sie bei nationalen und internationalen Projekten immer wieder zum Ausdruck bringt.

 

 

 

„Wir sind schon immun geworden auf die Nachrichten, die uns immer wieder über schreckliche Dinge wie Krieg und Gewalt berichten, deswegen bin ich überzeugt, dass Kunst alleine dazu im Stande ist, Menschen in dieser Richtung noch sensibilisieren zu können und ihre Aufmerksamkeit zu wecken. Als Künstlerin fühle ich mich dazu verpflichtet, mich durch meine Kunst für Themen einzusetzen, die in unserer Gesellschaft nicht in Ordnung sind. Ich bin keine Dekorateurin, ich will nicht gefallen. Das macht den Unterschied zwischen Handwerker und Künstler aus. Als Künstler hat man eine Botschaft, man hat was zu sagen, man will etwas in der Zeit, in der man lebt, bewegen, Spuren hinterlassen, gegen die Vergänglichkeit und die Verdummung der Menschheit ankämpfen.“

 

 

Die Auswirkungen, die Folgen von Gewalterlebnissen in der Kindheit und Jugend beschäftigen die Künstlerin besonders.

 

 

„Diese Spuren bleiben immer in der Psyche der Betroffenen, beeinträchtigen ihre ganze Existenz, und bringen ernsthafte „Folgeerkrankungen“ mit in die erwachsenen Jahre, wie schwere Depressionen, verschiedene Persönlichkeitsstörungen, Suchtkrankheiten und andere psychische und seelische Probleme.“

 

 

Aus dieser Verbindung zwischen Vivien Kabars künstlerischem Engagement, und der Arbeit des Grünen Kreises mit suchtkranken Menschen, kam die Idee der Ausstellung KonfrontZone.
 Die POOL7 Galerie & Genuss-Shop am Rudolfsplatz 9 im Zentrum Wiens ist Schaufenster und Verkaufsraum aus Ateliers der Therapie- und Sozialhilfeeinrichtung des Vereins Grüner Kreis.
 Darüber hinaus, jeden Monat finden hier Ausstellungen und Vernissagen bekannter, professioneller KünstlerInnen statt, die mit diesen oder ähnlichen sozialpolitischen Themen sich beschäftigen.

 

 

„Ich halte die therapeutischen Nachbehandlungen der Betroffenen für genauso wichtig, wie die Prävention.“ – so Vivien Kabar.


 

 

Die Künstlerin will jedoch die Stärke der Überlebenden zeigen, die gegen ihre Vergangenheit ankämpfen. Sie will sie nicht als Opfer darstellen, sondern als Sieger, als Menschen, die Widerstand leisten.
 Genau diese starke Reaktion kann man in dem großen Bild mit dem Titel „Feed me your Lies“ bemerken: die Augen, der Gesichtsausdruck eines jungen Mädchens, welches am Tisch sitzt und ihre Beine in einer provokativen Position auf dem Tisch ausstreckt, alle diese Elemente zeigen ganz deutlich einen Widerstand gegen den Druck der Gesellschaft, gegen die Unterdrückung der Frau.

 

„Feed me your Lies“ Foto: Ali Meyer

 

 


„Ich will, dass die Blicke in den Augen meiner Protagonist/innen in meinen Bildern das Innerste der Betrachter erreichen, dass sie sie genau dort anpacken, wo ihre Gefühle und Empfindungen noch nicht durch unsere Gesellschaft eingedampft oder vernebelt sind. Kunst ist der direkteste Weg von Seele zu Seele, von Verstand zu Verstand. Diese sofortige Wirkung ist die Waffe eines guten Kunstwerkes.“

 

 

Vivien Kabar, bekannt als Meisterin der Gesichtsausdrücke und der Tiefe der Augen, erstellt durch ihre Bilder diese KonfrontZone, die uns allen aus unseren „Komfortzonen“ herausreißt, und uns mit Schicksalen und Gefühlen von anderen konfrontiert, als wären diese unsere eigene Schicksale und Gefühle. So verhilft sie uns zu einem Zustand der Empathie, ob wir es wollen, oder nicht.
 Die Ausstellung wurde von Faek Rasul, Leiter der Kleine Galerie kuratiert, und läuft noch bis einschließlich 09. März 2018 in der Galerie POOL7, in der Wiener Innenstadt.

In der Michaelerkirche hängt auch ein Bild von ihr mit dem Titel „Perfect Distance“, welches sie zur Fastenaktion der Salvatorianer gegen Menschenhandel spendete. Dieses Bild können die Zuschauer noch bis Anfang März besichtigen und erwerben.
 Zusätzlich ab dem 01. bis 15. März 2018 können die Fußgänger in der U-Bahnstation Volkstheater (U3), in dem Red Carpet Showroom ein großformatiges Bild der Künstlerin bewundern.

Nehmen sie sich für die Betrachtung der Bilder von Vivien Kabar Zeit, es lohnt sich.

 

 

Autor: © Natascia De Franceschi

 

 

Aktuelle Bilder und Ausstellung von Vivien Kabar findet Ihr unter http://www.vivienkabar.at/

 

 

 

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