“Man muss einfach Vertrauen haben und weiter machen!” Nhut La Hong

LaHong02 KopieEin weiteres Mal war das Team von hotelmama.at in der erfreulichen Lage ein exklusives Gespräch mit einem von Österreichs außergewöhnlichen Künstler führen zu dürfen. Der Modedesigner Nhut La Hong bringt Exotik aus Asien mit der Klassik der westlichen Modewelt in Einklang und ist wohl einer der aufsehenerregendsten Modeschöpfer des Landes. Abseits vom Modezirkus erweist er sich aber auch als ein Freund des Menschen, des Lebens und der Natur.

HotelMama.at: Wie war für dich die Umstellung bei bzw. nach deinem Umzug nach Österreich? Wie hast du es geschafft damit zurecht zu kommen?
Nhut La Hong: Mit meiner Einstellung hatte ich da eigentlich keine Probleme. Meine Offenheit und mein positives Gemüt haben es mir leicht gemacht mit den Menschen zurecht zu kommen. Man muss sich aber in gewissem Maße auch anpassen und sich dabei trotzdem treu bleiben.

HM: Wirst du bei deinen Kreationen von beiden Kulturen beeinflusst? Von welcher mehr?
NLH: Ja, ich werde bei meinen Designs von Beiden beeinflusst. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit an Materialien ist dieser Mix zwar eher westlich – aber es ist eine ausgewogene Mischung.

HM: Woher kommt deine Leidenschaft für Mode?
NLH: Der spielerische, kreative und schöpferische Aspekt daran fasziniert mich einfach.

HM: Woher kommt deine Inspiration für deine Kreationen?
NLH: Zum einen Teil aus meinem Inneren. Zum anderen Teil sammelt man überall Ideen: Farben, Formen und Sinne beeinflussen mich da sehr. Ich denke man sollte, so wie ich, mit offenen Augen objektiv durchs Leben gehen und aufgeschlossen sein für Neues. Außerdem muss man sein Hirn trainieren und es richtig einsetzen.

HM: Wie hast du es geschafft nach deinem Konkurs wieder Fuß zu fassen?
NLH: Mit einem Neubeginn. Rund um mich hat sich ein neues Team gebildet und ich habe viel Unterstützung von verlässlichen Leuten bekommen. Neues Atelier, Neuer Schwung und ein neuer Nhut La Hong – ich habe mich nämlich auch weiterentwickelt und gehe nun bewusster durchs Leben.

LaHong01 KopieHM: Hast du derzeit einen Manager oder bist du auf dich allein gestellt?
NLH: Wir müssen erstmal unser Team fertig aufbauen, wenn wir uns weiterhin gegenseitig so toll unterstützen, wird das auch kein Problem sein. Prinzipiell fände ich einen Manager gut, aber nicht damit ich jemanden habe, der mich bevormundet und mir alle Entscheidungen abnimmt, sondern eher als eine Art Verhandlungswerkzeug.

HM: Was für Projekte bzw. Vorhaben stehen im Raum?
NLH: Wir müssen erst einmal Kapital aufbauen. Mit unserem Hauptgeschäft (dem Verkauf von Mode) versuchen wir das zu erreichen, dann können wir uns auch mehr um Nebenprojekte kümmern, wie z.B. Charity.: Ich bin Partner von „Culti“ und werde auch bald eine Special-Edition von ihnen mit kreieren. Außerdem bin ich Fürsprecher von der Organisation „Sonnenglas“, die es Kindern in Afrika ermöglicht, dass sie ein nachhaltiges, umweltfreundliches Leselicht zum Lernen zur Verfügung zu haben. Und ich bin auch beim Rotkreuzball karitativ tätig und unterstütze diesen. Weiters finden in Kürze Modeschauen u.a. in Hamburg und Berlin statt.

HM: Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?
NLH: Ich werde Scholastiker, wenn das mit der Mode nichts mehr für mich ist… oder werde um die Welt fahren und den Menschen helfen.

Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt mit unseren Fragen eigentlich am Ende waren, möchten wir an dieser Stelle noch einige Statements anführen, die im Zuge des Interviews gefallen sind, die uns zum Nachdenken angeregt haben: 

Man soll mit ihr, nicht wider die Natur leben und nicht wie eine Maschine denken.“

„Als Designer ist man manchmal ein Seelsorger.“

Viele Konsumenten sind fehlgebildet, gegen den Strom zu schwimmen wird nahezu unmöglich gemacht.“

Ich mache das nicht für das Prestige, sondern rein um das Vergnügen der Arbeit wegen.“

Ich habe eine Mission bekommen. Ich muss zur Welt etwas beitragen. Meine Berufung ist es Gedanken vorzutragen über den Umgang mit Menschen und der Natur.“

Das kritische Denken wurde schon fast ausgeschaltet und Gier ist die Wurzel allen Übels.“

Abschließende Worte von ihm sind: „Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Man muss einfach weiter machen, Vertrauen haben, positiv denken und dankbar sein.“ Und im Sinne von Nike’s Slogan:“ Tu es einfach!“

Links: Website von Nhut La Hong

.. von Culti

.von Sonnenglas