Gute Clubs. Schlechte Zeiten.

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Wiener Clubs gegenseitig zu Tode konkurrieren…

Nicht nur, dass der Kampf um die Kundschaft beinhart ist, nein, auch noch die Finanzen spielen eine entscheidende Rolle. Muss man dem doch tatsächlich Glauben schenken, dass Kult-Locations der Party-Szene zu Grunde gehen und schließen oder nur vielleicht bzw. vorübergehend schließen (müssen).

Nun hat es auch noch die Pratersauna erwischt: “Time to say Goodbye, January is closing month” heißt es den ersten Monat im – mittlerweile nicht mehr ganz – neuen Jahr. Doch Grund zur Hoffnung für das Weiterbestehen der Pratersauna gibt es allemal: Eine Übernahme ab März seitens des Inhabers der Dots-Gruppe, Martin Ho, steht fest. “Ideologie und Grundcharakter der Pratersauna” soll beibehalten werden. Dennoch zweifeln Szenekenner dieses “Versprechen” an.

Bereits in den vergangenen Jahren mussten sich die Party-People von so mancher (In-)Location – sowohl psychisch als auch physisch – verabschieden. Dies ist leider auch weiterhin nötig: Die Kantine im alten Zollamt besteht seit Oktober 2014, war eigentlich als Pop-up-Club geplant, endet diese Ära doch am 16. Jänner mit einer Abschiedsparty oder besser: Abrissparty – das ganze Gebäude soll abgerissen werden. Aber: Kurz darauf wollen die Betreiber der Kantine auch schon einen neuen Club, der im Stile der Kantine gehalten werden soll, eröffnen.

Es scheint wie eine Epidemie: Seit einiger Zeit bereits etablierten Szene-Hotspots des Nachtlebens geht es nicht gut genug um weiterhin für Party zu sorgen. Der Camera Club (geb. 1971) etwa wurde Mitte 2015 für “dauerhaft geschlossen” erklärt und steht angeblich zum Verkauf frei. Der Ost Klub wurde bereits 2014 wegen Beschwerden seitens der Anrainer weichen und das Flex entkam der Insolvenz nur knapp. Auch die Grelle Forelle muss Maßnahmen ergreifen um zu überleben und verkleinert kurzerhand ihre Tanzfläche. Sie fungiert nicht mehr als reine Disco, sondern setzt nun auch auf Konzerte. Und im Sommer diesen Jahres starten die Betreiber ein Restaurant.

Das Aussterben der Wiener Clubszene ist offenbar nicht aufzuhalten, dennoch stirbt die Hoffnung zu allerletzt! Club-Betreiber finden oftmals doch noch einen Weg sich, ihre Location und deren Fan-Gemeinde dauerhaft zu erhalten.