In 9 Schritten zum eigenen Gartenteich

 

 

 

Ein Teich im eigenen Garten ist etwas Besonderes: Viele kleine Lebewesen finden ein Zuhause, Vögel baden darin, Fische tummeln sich im Wasser. Das Plätschern erzeugt eine beruhigende Geräuschkulisse, die den Garten mit Leben erfüllt. Wie man sich ein solches Idyll in den eigenen Garten holt, erklärt Lukas Hader, Geschäftsführer der Firma Multikraft.

 

 

Von der Planung bis zur Befüllung

Ein Gartenteich ist kein Hexenwerk, bedarf aber trotzdem einer gewissen Planung. Hier sind neun Experten-Tipps, mit denen der Teich im Handumdrehen gelingt:

 

  • Größe: Je kleiner und damit auch flacher ein Teich angelegt wird, desto schwieriger ist es, ein natürliches Gleichgewicht zu erlangen. Zu seichte Teiche erwärmen sich sehr rasch, dies fördert intensives Algenwachstum und auch Amphibien wie Molche oder Frösche können in zu seichtem Wasser nicht überwintern. Je größer ein Teich gebaut wird, desto stabiler ist das Ökosystem. Sind auch Fische geplant, so sollte die Tiefenzone mindestens 2 m² groß sein und eine Tiefe von rund 1,5 m aufweisen, damit die Fische in diesem Bereich gut überwintern können.
  • Standort: Ein künstlicher Gartenteich ist ein empfindliches, kleines Ökosystem – deshalb ist der richtige Standort besonders wichtig. Der Teich sollte eben und nicht zu nahe an einer Böschung gebaut werden, da die Pflege in diesem Bereich erschwert wird. Außerdem kann bei starken Niederschlägen auch vom Hang abrinnendes Wasser eingetragen werden. Ausreichend Licht aber auch Schatten sollten gegeben sein, da zu viel Sonne übermäßiges Algenwachstum begünstigt. „Ein Platz unter Bäumen ist aufgrund der herabfallenden Blättern oder Nadeln relativ ungünstig“, regt Hader an.
  • Teichfolie: EPDM-Kautschuk-Teichfolien haben sich im Teichbau sehr bewährt, da sie, obwohl elastisch trotzdem stark belastbar, umweltneutral und extrem lange haltbar sind. Eine Schutzschicht aus Sand oder Geovlies ist immer zu empfehlen, so erspart man sich später das Suchen nach Lecks. Im Randbereich sollte unbedingt eine Kapillarsperre eingebaut werden, um den Eintrag von Nährstoffen aus der Umgebung zu vermeiden.
  • Zonen: Um ein natürliches Gewässer nachzubilden und ideale Voraussetzungen für stabile Wasserverhältnisse zu schaffen, sollten zumindest drei unterschiedliche Zonen angelegt werden: Die Uferrandzone, die Flachwasserzone und eine Tiefenzone bieten Lebensraum für unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten.
  • Pflanzzonen: „Teiche oder Biotope, die ohne Technik – also ohne Umwälzpumpen oder Filter – funktionieren, sollten mit möglichst viel Pflanzflächen ausgestattet sein“, rät Lukas Hader. Wasserpflanzen sind Nährstoffkonkurrenten zu den Algen und sorgen für ein natürliches Gleichgewicht im Gewässer. Daher sollten solche Teiche mindestens zur Hälfte der Gesamtfläche gut mit Wasserpflanzen besiedelt sein.
  • Pflanzsubstrat: Im Flachwasserbereich empfiehlt sich eine Schicht aus Lehm und Sand, die mit kalkarmen Kies oder kleinen Steinen abgedeckt wird. Im Tiefenbereich können Pflanzkörbe mit nährstoffarmer Teicherde eingesetzt werden, um zu verhindern, dass Nährstoffe in den Wasserkörper gelangen und dadurch das Algenwachstum fördern.
  • Pflanzen: Ein Teich sollte möglichst vielfältig und natürlich bepflanzt sein. Besonders harmonisch sieht es aus, wenn eine Seite „wilder“ bepflanzt ist und optisch einen fließenden Übergang zur Wiese bietet. Die beste Zeit zum Einpflanzen ist zwischen März und Juni. Die Wasserpflanzen haben dann ausreichend Zeit, sich gut zu verwurzeln. Effektive Mikroorganismen und Keramikpulver regen das Pflanzenwachstum an.
  • Befüllung: Am besten eignet sich nährstoffarmes Füllwasser mit geringem Kalkanteil. Regen- oder Brunnenwasser eignen sich nur bedingt zum Füllen, da diese bereits stark mit Nährstoffen belastet sein können. Das Befüllen sollte langsam erfolgen, um zu verhindern, dass Substrate ausgeschwemmt werden.
  • Fische: Frisch befüllte Teiche dürfen nicht sofort mit Fischen besetzt werden. Es gilt einige Wochen zu warten, bis sich ein erstes ökologisches Gleichgewicht entwickelt hat. Auch die Menge an Fischen sollte auf die Größe abgestimmt werden. Fische, vor allem wenn sie gefüttert werden, belasten den Teich mit zusätzlichen Nährstoffen und fördern somit übermäßiges Algenwachstum.

 

Natürliches Gleichgewicht fördert die Wasserqualität

Die Grundregel ist, den Teich soweit wie möglich sich selbst zu überlassen. Man sollte lediglich große Algenteppiche abfischen. Mit zunehmendem Pflanzenwachstum entziehen die Wasserpflanzen den Algen die Nährstoffe und sorgen so für ein klares Wasser. Sedimente beinhalten viele Nährstoffe, die – wenn sie wieder in den Wasserkörper gelangen – für verstärktes Algenwachstum und Trübung im Teich sorgen können. Der Einsatz von Effektiven Mikroorganismen in Kombination mit Zeobas und Keramikpulver fördert das Wachstum der Wasserpflanzen und den Abbau von Sedimenten.

 

 

„Zusammen mit dem besseren Wasserpflanzenwachstum wird daher die Algenbildung im Teich reduziert“, so der Experte Hader.

 

 

Reinigung ab 12°C Wassertemperatur

Hat das Wasser im Frühling eine Temperatur von mindestens 12°C, kann der Teich problemlos gereinigt werden. Man entfernt zuerst tote Pflanzen und Blätter aus dem Wasser, manchmal ist auch ein Absaugen von Schlamm in der Tiefenzone notwendig.

 

 

„Den Schlamm kann man aufgrund des hohen Nährstoffgehalts ideal als Dünger für Gartenbeete weiterverwenden“, empfiehlt Hader.

 

 

Verdunstetes Wasser kann bei Bedarf nachgefüllt werden. Ein Wasserwechsel sollte allerdings vermieden werden, weil das natürliche Gleichgewicht des Teiches dadurch gestört wird. Das kann zu einer verstärkten Trübung und Algenwachstum führen. Werden Effektive Mikroorganismen konsequent angewendet, so sorgt dies für ein natürliches Gleichgewicht, klares Wasser und freie Sicht bis auf den Grund.

 

Illustration-Teichaufbau (c) Multikraft

 

 

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