Social Media – Segen oder Fluch? Teil 1

Die stetig wachsende Internetbranche hat uns u.a. Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und Youtube beschert. Das weiß ja wortwörtlich jedes Kind. Dass aber auch Wikis, Foren und (Mikro-)Blogs dazu gehören, ist eher unbekannt. Darauf und ob das ganze jetzt gut oder schlecht ist, werde ich näher eingehen.

Was ist Social Media?

Für alle, die sich zwar darunter praktische Beispiele vorstellen können, aber theoretisch eigentlich nicht genau wissen, worum es sich dabei handelt, versuche ich das erst einmal zu erklären. Im Gegensatz zu Massenmedien, wo von einem einzelnen Kommunikator (TV-Sender, Zeitung..) Information zu vielen Rezipienten gebracht wird, ist es bei Social Media so, dass viele Kommunikatoren sich an viele Rezipienten richten. Dieses kollektive Erstellen von Inhalten in Form von Text, Bild, Video oder Audio sowie das Verteilen (sharen) und Modifizieren mithilfe von Interaktionsmitteln, kennzeichnen Social Media. Allerdings gibt es auch jene Plattformen, die weitestgehend zu Kommunikationszwecken gedacht sind und den Fokus nicht auf Inhalte legen.

Vor- und Nachteile

Kein anderes Medium bietet eine derartige Geschwindigkeit bei der Verbreitung von Nachrichten, was aber gleichzeitig einen Nachteil mit sich bringt, wenn man bedenkt, dass sich dadurch auch Falschmeldungen rasend schnell verbreiten. So ist es schon oft geschehen, dass blauäugige Journalisten und Redakteure sich bei ihrer Recherche auf Meldungen aus SMP (Social-Media-Plattformen) verlassen haben, die aber nicht korrekt waren. Insbesondere gilt dies für Facebook und Twitter, wo die Beiträge nicht auf Korrektheit überprüft/moderiert werden und die Reichweite irrsinnig groß ist. Und das nur weil man möglichst schnell „den neusten shit“ zu berichten haben und damit die exponentiell wachsende Sensationsgeilheit der Masse ausnutzen will.

Andererseits können Exekutivbeamte über SMP Straftäter ausfindig machen und zu ihrer Strafe führen, sie können zur Arbeits-/Angestelltensuche, zur Suche oder dem Wiederfinden von Bekanntschaften und Freunden oder zur Steigerung der Popularität und demnach auch der Anzahl der Teilnehmer eines Vorhabens privater, sozialer oder wirtschaftlicher Natur verwendet werden.

Oder sie können sogar große gesellschaftliche Veränderungen bewirken, wie den Arabischen Frühling. Als jener in Tunesien begann, wurde ein Großteil der Bevölkerung über SMP angetrieben und organisiert. Das selbe gilt für Ägypten und den Iran. Generell kann man sagen, dass sie immer größeren Einfluss auf die Politik haben und die USA gehen da mal wieder mit großen Schritten voran und der Rest der Welt nimmt sich nach und nach ein Beispiel daran. Es ist schier unglaublich, was für eine große Rolle Facebook, Twitter und Co. bei der letzten Präsidentschaftswahl gespielt haben. Barack Obama, oder besser gesagt sein PR-Management, hat es erstaunlicherweise bewerkstelligt über 36 Mio. Menschen dazu gebracht, ihre Sache zu liken oder ein Follower davon zu werden. Sie wurde also nicht unbegründet vom Twitter-CEO als „Twitter-Election“ gebrandmarkt.

Ob das positiv ist oder nicht, liegt aber wohl im Auge des Betrachters. Da ich persönlich jedoch „Schafe“, die ihre Meinung bilden, indem sie vorgefertigte „Meinungspakete“ hohl als die ihre ausgeben, nicht befürworten kann, sehe ich das eher negativ. Denn das ist da u.a. passiert, bzw. ist das bei SMP oft der Fall. Die Menschen orientieren sich daran, was andere Menschen machen, sagen oder denken und reagieren dann im Rahmen der ihnen immanenten Vernunft darauf. Und wenn die eigentlich essentielle Ratio fehlend oder unterentwickelt ist, wie es bei vielen Menschen leider der Fall ist, dann gilt man meiner Meinung nach als unmündig und sollte demnach nicht mal wählen gehen dürfen. Man schickt ja auch keine Kinder zum Wählen, die alles gedankenlos nachplappern, was man ihnen sagt oder die machen, was sie anderswo gesehen haben. Das ist zwar sicherlich stark vereinfacht und relativ einseitig betrachtet, aber deshalb nicht weniger gültig.

Morgen gehts weiter mit Teil 2…