WIENWOCHE 2018: Über Grenzen, Schleichwege und Gemeingut

 

Rückblick und Resümee

 

In seiner siebten Ausgabe, von 14. – 23. September 2018, stellte WIENWOCHE die Frage nach dem Verbindenden über geografische, politische oder soziale von Grenzen hinweg. Antworten oder Positionen dazu formulierten 14 Projekte. Zwölf davon wurden im Rahmen eines Aufrufs zur Projekteinreichung ausgewählt, dazu kam die große Eröffnungsparty in der Nordbahnhalle mit über 1.000 Besucher_innen sowie das Projekt „K im Sommercamp“, eine Theaterinstallation der offenen WIENWOCHE-Arbeitsgruppe.

 

Großer Publikumszuspruch, viele Publikumsschichte 

Dass sich WIENWOCHE mittlerweile als Fixpunkt des Wiener Kulturherbsts etabliert hat, beweist zum einen der rege Publikumszuspruch. Sowohl die Ausstellungen „krieg kuratieren“, „WIENER LINIEN BAU“ und „Die Küsten Österreichs“, als auch die Theaterproduktionen „Ein Staatenloser“ und „K im Sommercamp“ füllten ihre Locations.

„In Summe gehen wir für WIENWOCHE 2018 von einer Publikumsanzahl deutlich jenseits der 20.000 aus. Das liegt natürlich auch an Projekten im öffentlichen Raum wie ‚The Question Is: Who Cares?‘ und ‚Minifabrik zur Produktion von Gemeingut‘, deren Publikumsinteraktionen wir bewusst konservativ geschätzt haben, obwohl sie an belebten Orten wie dem Museumsquartier bzw. dem Viktor-Adler-Markt stattfanden. Nicht mitgezählt haben wir jene Menschen, die sich als ‚mittelbares Publikum‘ mit WIENWOCHE online auseinandersetzten, auf Facebook- und Instagram-Statusmeldungen reagierten, oder die YouTube-Videos der ‘Anonymen Älteren Aktionistinnen (AAA!)’ als Inspirationsquelle für eigene Widerstandsaktionen nutzen“, erläutern Nataša Mackuljak und Ivana Marjanović, das Leitungsteam von WIENWOCHE von 2016 – 2018.

Wichtiger als die Summe der Besucher_innen oder Teilnehmer_innen erscheint den Kuratorinnen jedoch die Weiterentwicklung eines diversen Publikums, wie man es in Wiener Kulturinstitutionen selten antrifft. Wo sonst mischen sich Menschen aus einem kritischen, post-akademischen Milieu mit Kunstschaffenden, Migrant_innen, Asylwerber_innen sowie unterschiedlichen minoritären oder marginalisierten Gruppen? Wo sonst gelingt es im Wiener Kulturleben, all diese Communities nicht nur anzusprechen, sondern auch den Austausch intellektueller Skills und praktischen Know-hows untereinander zu forcieren und während des gesamten Produktionsjahres ein Klima der Solidarität und wechselseitigen Hilfsbereitschaft aufrecht zu erhalten?

„Wer WIENWOCHE-Veranstaltungen besucht, wird dort nicht nur die jeweils eigene Blase treffen, sondern zahlreiche Herkünfte, Sozialisationen und Zugehörigkeiten, vereint im Abbau trennender Barrieren und im Bemühen, das Leben der Vielen zu verbessern“, so Nataša Mackuljak und Ivana Marjanović.

Die Einführung der offenen Arbeitsgruppe darf als beider kuratorische Reaktion auf die Entwicklung der WIENWOCHE-Dialoggruppen verstanden werden. Entgegen üblicher Gepflogenheiten bei der Auswahl von Projekten ermöglicht die Arbeitsgruppe allen interessierten Personen, sich individuell und ohne kuratorische Selektion am Festival zu beteiligen.

Über nachhallende und nachhaltige Projekte im Rahmen von WIENWOCHE 2016 – 2018 informiert Sie die Medieninformation, die Sie per Klick rechts downloaden können. Sie enthält zudem persönliche Abschiedsworte des nun scheidenden Kuratorinnenteams Nataša Mackuljak und Ivana Marjanović.

 

 

Details und Infos hierzu unter https://www.ots.at/

 

 

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