Wie ich mich in Wien (wieder) verliebt habe

Gleich nach meiner Aufnahme bei HotelMama bin ich glücklich durch die Wiener Gassen spaziert und hab mir 100 Sachen überlegt, was Euch interessieren & worüber ich bloß schreiben könnte…

Plötzlich kommt mir Wien ganz anders vor… Ich bemerke kleine, süße Läden. Ich sehe die Brunnen in den Gassen. Ich sehe die Sonne und viele entspannte Menschen. Das war vorher nicht so. Nach meiner Selbstständigkeit war meine Kraft ausgeschöpft. Ich hab mich alt und müde gefühlt. Mein Baby, das Geschäft, das ich mit jungen Jahren ganz allein ohne Partner oder fremder Hilfe aufgebaut und geführt habe, hat mich verschlungen. Was bringt dir das Geld, wenn du keine freie Zeit hast dies zu genießen oder auszugeben? War ich auf Urlaub, war der Umsatz schlecht. War ich da, war ich unglücklich und genervt – ein Teufelskreis, aus dem ich raus musste bevor ich mich in einer Depression verliere…

PinkDas tat ich!! Ich setzte alles auf eine Karte und flog von einem Tag auf den anderen nach Mallorca. Einfach so. Das Handy abgedreht, das Geschäft vorübergehend geschlossen und weg bin ich. Übrigens: ich empfehle jedem einmal einen Urlaub GANZ ALLEINE zu machen – ich weiß, dazu gehört Mut, aber man lernt sich selbst unfassbar gut kennen. Das ist ein anderes Thema, dazu kommen wir ein anderes Mal 🙂

Zurück zu Malle: Das war bis jetzt die beste Entscheidung, die ich getroffen hatte. Aus einer Schnapsidee, in der Sonne Cocktails schlürfend, habe ich über Big Brother gelesen. “Schon so ausgelutscht das Ding” dachte ich mir – wie ihr wahrscheinlich auch...”Aber was hab ich gerade zu verlieren? Auf mich wartet ehrlich *keine Sau* zu Hause”. Das wäre bestimmt eine lustige Erfahrung – dachte ich. Was die Leute über mich denken ist eh egal, weil sich heutzutage doch keiner mehr die Mühe macht hinter die Fassade zu schauen. Beweisen muss ich auch niemandem mehr was. Und überhaupt: Falls ich mich blamieren sollte, hab ich erst recht einen Grund endlich aus dieser grauen Stadt abzuhauen.

So schnell konnte ich gar nicht schauen, war ich direkt aus dem Mallorca Anti-Depressionsurlaub im Abend-Berieselungsprogramm der Deutschen. Wenn man monatelang von der eigenen Heimatstadt fernbleibt, verändert sich die Sicht darauf – meiner Meinung nach – komplett. Zu Weihnachten kam ich dann wieder „frei“. Dann musste ich natürlich auch den kompletten Herbst – welchen ich verpasst hatte, weil ich im Big Brother Haus eingesperrt war – nachholen. Glück im Unglück sozusagen. Es war schon “Weihnachts-SALE” in den Wiener Einkaufsstraßen und mein Konto hat ausnahmsweise mal die grüne Karte gezeigt – hehe 😉

Bär
Wie geil ist der bitte!? haha

Ich nahm mir endlich die Zeit Plätze zu besuchen, die ich früher nie angeschaut hätte. Mal einen anderen Christkindlmarkt ausprobieren, statt immer nur den um die Ecke. Sich einfach zur Donau setzen und nachdenken, mit ‘nem Ingwer-Bier – *lach* ja sowas gibt es echt…und das bei uns in Wien! Ich hab eine kulinarische Reise durch Wien gemacht, über die ich Euch ebenfalls erzählen werde. Dabei hab ich mich einfach in Restaurants gesetzt, die ich früher niemals beachtet hatte – und so habe ich viele Glücksmomente und Gaumenfreuden erlebt wie nie zuvor. Wien ist großartig! Im 5ten Bezirk in der Arbeitergasse sitzt zum Beispiel einfach mal ein dicker Teddybär auf der Straße und lädt freundlich zum Stöbern im “Ramschladen” ein. Wenn man die Augen öffnet, ist soviel Kultur und Leben in dieser Stadt möglich – man muss nur auf den Geschmack kommen… Ja, ok: die Mietpreise könnten ruhig wieder in den leistbaren Grenzbereich sinken, doch im Vergleich zu vielen anderen Städten haben wir wirklich großes Glück hier zu sein.

Was ich Euch mit diesem Beitrag sagen möchte: Ich denke, dass sich viele junge Leute zur Zeit in einer ähnlichen Situation befinden wie ich damals. Wut und Ärger empfinden, raus in die Welt wollen, erschöpft von dem Hamsterradleben und Wien dafür die Schuld geben. So ist es nicht. Schuld ist unsere eigene Denkweise und Wahrnehmung. Unsere Umgebung und die viele Zeit, die wir in falsche Dinge investieren. Zeit für kleine Veränderungen die dich ein kleines Stückchen glücklicher machen.

Leg einfach für paar Stunden das Handy weg und denk darüber nach 🙂

 

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